(R)aus

Da ist ein Zittern in mir, ein Vibrieren , ein Brennen, ein Juckreiz auf der Haut und hinter den Augen, ein schwieriges Gefühl, zu viel Angst und zu wenig sich selbst die Müdigkeit erlauben.

Die ständig fragt: Wann machen wir mal Pause, wann halten wir denn jetzt an, wann habe ich mal etwas zu sagen und wann ist „irgendwann“? Die Müdigkeit will sich selbst erlauben, da zu sein, das Ich will warten auf jemanden, der kommt und sagt:„Ich nehme dich mit und bringe dich ans Meer, an den See, einfach von hier fort, ich weiß, du hast nicht gefragt, weil du nicht kannst, aber ich packe dich jetzt ein und bringe dich an einen sicheren Ort.“

Da ist ein zorniger Vogel in mir, der nichts von Nestern weiß, aber sich in Scheuchen verliebt, ein struppiges Tier, das am Tag in den Bäumen schläft und in der Nacht umherfliegt. Er kann nicht schlafen und kann nicht rasten, er kann nicht fort, aber er kann das Versuchen nicht lassen.

Der Vogel sitzt am Abend ganz still auf seinem Platz und lauscht der Stimme, die sagt:„Komm, wir ziehen den Stecker, du weißt schon.“„Woraus?“ fragt er und wartet, bis die Müdigkeit leise spricht:„Einfach aus allem, auf dem zu viel Strom drauf ist.“

3 Gedanken zu „(R)aus

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